|
 |
Start und Ziel: Breisach am Rhein
Kilometer: ca. 1000
beste Jahreszeit: Frühjahr bis Herbst |
Die Region zwischen Rhein und Vogesen ist das ideale Gebiet, um Fahrspaß auf zwei Rädern und Gaumenfreuden miteinander zu verbinden. Auf sich endlos dahinschlängelnden Straßen erwarten die Piloten und ihre Motorräder malerische Weinorte mit ihren Fachwerkhäusern, bewaldete Hügelkuppen über denen alte Burgen thronen, Schluchten sowie Pässe. Und natürlich jede Menge kulinarische Spezialitäten.
Ins Land des Weines und seiner berühmten Küche, dem Elsass
Der Startschuss zum Schlemmerabenteuer durch die kleinste französische Provinz fällt auf der deutschen Seite des Rheins, in Breisach. Von hier aus folgt die Route der Grünen Straße, dem sogenannten „Band der Freundschaft“ bis Colmar. In der Metropole des elsässischen Weines kommen verwöhnte Gaumen das erste Mal auf ihre Kosten. Im Herzen der Stadt, im „Les Tétes“, beginnt die kulinarische Reise durch die Speisekarten der elsässischen Gourmettempel. Die Küche des ersten Schlemmerstopps ist der elsässischen Kochkunst verpflichtet und mit typischen Gerichten wie Baeckeoffe, Gänsestopfleber, Zanderfilet oder Choucroute liefert sie einen Einstand nach Maß. Nach ausgiebigen Schlemmen nimmt die elsässische Weinstraße die vollen Mägen und die Motorräder wieder auf. Durch verträumte Weinorte entlang der berühmten Straße geht es nach Marlenheim, dem Zielort der ersten Schlemmeretappe. Und wer sich hier die Zeit noch nehmen möchte, beim einzigen KTM-Händler der Region vorbeizuschauen, der sollte nach Eckbolsheim bei Strasbourg (Wolff Moto Products; 4, rue Jean Monnet) fahren. Auch die von Weinbergen und seiner Vergangenheit geprägte Region lädt hinter fast jeder Kurve zu einem kleinen Halt ein. Sei es für eine Weinwanderung oder den Besuch geschichtsträchtiger Burgen. Und jede Menge feine Restaurants, wie beispielsweise die „Auberge d’Ill“ der Haeberlins in Illhäusern. Sie gilt als Inbegriff französischer Kochkunst und Gourmets aus der ganzen Welt haben hier schon geschlemmt. Es gibt also viel zu entdecken. Das gilt auch im Marlenheimer 3-Sterne-Nachtlager „Le Cerf“. Die Küche von Maítre Michael Husser gehört bereits seit Jahrzehnten zu den besten elsässischen Küchen. (weitere Übernachtungsmöglichkeit: Hostellerie „Reeb“)
Ins Land der Burgen, in den Naturpark Nordvogesen
Die Route führt am zweiten Tag in die nördlichen Vogesen. Der erste Halt, wie soll es anders auf einer Schlemmertour sein, ist ein Restaurant. In Brumath, einem kleinen Ort nördlich von Strasbourg, wartet der Feinkosttempel Hostellerie „L’Ecrevisse“ auf seine Kundschaft. Der Gast hat im Hause von Patron Michel Orth die Qual der Wahl: entweder im Gourmet-Restaurant „L’Ecrevisse“ tafeln, in der bürgerlichen Stube „Krebs Stebel“ speisen oder im Feinkostladen Delikatessen probieren, was für den Vormittag wohl eher in Frage kommt. Bei soviel Angebot ist mit Sicherheit für jeden Gaumen das Passende dabei. Vom „L’Ecrevisse“ aus geht es weiter Richtung Naturpark Nordvogesen, immer auf der Suche nach weiteren Schlemmerhöhlen. Die erste ist das „Au Cerf“ in Oberhoffen-sur-Moder mit einer Mischung aus gutbürgerlicher, elsässischer und leichter, moderner Küche. Ihr folgt die „Auberge du Cheval Blanc“ in Lembach und das „Anthon“ in Obersteinbach. Das „Anthon“ zählt zu den besten Restaurants im nördlichen Elsass und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Von Obersteinbach aus und an alten Burgen vorbei, stehen Gundershoffen mit dem Restaurant „Le Cygne“ und La Petite Pierre sowie Saverne in den mittleren Vogesen im Roadbook. Saverne lockt mit Haut Barr. Die als „das Auge des Elsass“ genannte alte Burg wacht über die Ebene des Elsasses, den Col de Saverne und das Valleé de la Zorn. Bei soviel Aussicht schafft man sich schnell den richtigen Überblick, wie die Schlemmertour weitergeht: über Lutzelbourg, Chatèaux de Nideck, Schirmeck und St-Blaise-la-Roche bis nach Colroy-la-Roche, dem Ziel der zweiten Etappe auf der Schlemmerroute durch das Elsass. Für die Nacht empfiehlt sich das schönste Hotel der Region, das „La Cheneaudiére“ mit seiner hervorragenden Gastronomie. Und als Abendmahl: Was spricht gegen Hummerfrikassee mit Basilikum, feinstes Lammfilet und dazu einen elsässischen Wein?
Über die Route des Crétes, die Vogesenkammstraße
In St. Marie-aux-Mines beginnt — offiziell — die knapp 90 Kilometer lange Vogesen-kammstraße. Steil klettert die Route des Crétes gen Süden in Serpentinen hinauf. Parkplätze an der Strecke sind wie Hinweise für schöne Aussichten ins Oberrheintal, gen Lothringen oder Schwarzwald und sind auf jeden Fall einen Halt wert. Über den Col de La Schlucht (1135 Meter) führt die Tour zum Grand Ballon, der mit 1423 Meter höchsten Erhebung an der Route des Crétes. Der Berg an der Straße ist beliebtes Aussichtsziel und daher leider entsprechend überlaufen. Dennoch: er garantiert eine fantastische Aussicht. Und bei klarem Wetter ist fast die gesamte Kette der Alpen zu sehen. Absolut lohnenswert! Überhaupt — auf dieser einzigartigen Panoramastraße im Elsass sollte sich jeder Zeit lassen. Das gilt auch für die „Fermes Auberges“, die rechts und links der Höhen-Route zu finden sind. Wen auf der Fahrt der Hunger packt, sollte unbedingt in diesen Bergbauernhöfen einkehren. Da kommen Melkermahlzeit oder Münsterkäse auf den Tisch und dazu der Wein von den Hängen im Oberrheintal. Kräftig, deftig — typisch ursprünglich elsässische Küche. Nach knapp 90 Kilometern „Look & Ride“ nimmt die Weinstraße in Cernay die Piloten und ihre KTMs wieder in Empfang. Von Cernay aus führt die Tour über Route des vins d’Alsace durch Weinorte wie Wuenheim, Guebwiller und Soultzmatt ins 35 Kilometer entfernte Rouffach. Hier hat der geneigte Motorradfahrer die Qual der Wahl, sein geschundenes Hinterteil königlich im „Chàteau d’Isenbourg“ mitten im Weinberg zu betten, oder ein gemütliches Zimmer in der „Hostellerie a la ville de Lyon“ zu beziehen. Letzteres ist mit seinem Restaurant ein wahres Feinschmeckerdomizil. In dem im elsässischen Stil geprägten Gourmettempel kommen Genießer voll auf ihre Kosten. Denn Philippe Bohrer, ehemaliger Schüler des berühmten Kochs Paul Bocuse, zaubert seinen Gästen kulinarische Meisterwerke, wie Schweinekoteletts gefüllt mit Gänsestopfleber. Die Küche von „Cháteau d’Isenbourg“ ist ebenfalls nicht zu verachten und zaubert ihren Gästen kulinarische Köstlichkeiten. In rustikaler Eleganz und mit einem Hauch Mittelalter präsentiert sich dazu das Restaurant im Schloss. (weitere Übernachtungsmöglichkeit: Hostellerie „Le Relais d’Alsace“)
Durch die Vogesen in den Sundgau
Egal ob fürstlich gebettet oder bürgerlich geschlafen. Dieser Tag gehört wieder dem Motorradfahren. Das erste Teilstück der Tagesetappe ist wieder der Weinstraße gewidmet. Bis Turckheim ist es der Wein, der die Landschaft und seine Orte prägt. In Eguisheim, einer der Wiegen des elsässischen Weines und am Fuße des „Trois cháteaux“ gelegen, lohnt sich für Gourmets ein Abstecher ins „Caveau d’Eguisheim“. Mitten im Ort befindet sich das Restaurant von Maítre Jean-Christophe Perrin. Wem jedoch noch nicht nach Gaumenfreuden wie Jakobsmuscheln oder Zwetscgenkuchen ist, fährt einfach weiter. Denn Schlemmen ist ja im gesamten Elsass möglich. In Turckheim trifft die Routes des vin d’Alsace auf die Grüne Straße. Auf dem „Band der Freundschaft“ geht es über Munster, Soultzeren und dem Col de la Schlucht quer durch die Vogesen nach Gerardmér. Wer hier Appetit verspürt, der sollte sein Motorrad vor dem Restaurant „Jamagne“ abstellen und nach Bergpastete mit Gänseleber oder Lachs mit Speck — den Spezialitäten des Hauses - verlangen. Gutbürgerliche und vor allem regionale Gerichte werden in dem einfachen, aber rustikalen Gasthaus den Gästen vorgesetzt. Nach einer deftigen Mahlzeit führt die Route über einige Pässe (Col de Grosse, Col d’Oderen, Col de Bussang, Col du Ballon) und auf der Rue du Ballon d’Allace in den grünen, hügeligen Sundgau. Und als Tagesziel steht Carspach bei Altkirch im Roadbook. Nach mehr als 200 Kilometern wartet dort das Hotel „Auberge Sundgovienne“ als Schlafstätte und das dazu gehörige Restaurant mit Gebratener Gänsleber auf Schwarzwurzel, Rotbarbe oder St. Pierre (Sankt Peterfisch) auf knurrende Mägen.
Vom Käse im Sundgau zur Technik in Mulhouse
Nach wenigen Fahrkilomtern heißt es gleich wieder absteigen. Der Grund: In Vieux-Ferrette wartet Käse-Guru Bernard Antony auf Fans seiner Molkereiprodukte. Die Probierstube für Rohmilchkäse und Wein ist ein Paradies und ein Muss für Käsefans. Nach einigen Käsehäppchen und nicht zuviel Wein geht’s weiter, immer an der Schweizer Grenze entlang — traumhaft. Das nächste Schlemmerziel ist Sierentz im Süden des Elsass, unweit von Mulhouse. Der Ort lockt Gourmets mit der Auberge „St. Laurent“. Das von außen eher unscheinbare Haus entpuppt sich innen als Feinschmeckerparadies und ist vor allem durch seine raffinierte Dessertküche bekannt. Nach einem Menümarathon zum Mittag lohnt sich noch für Technikfreaks das Autmobilmuseum in Mulhouse, keine halbe Stunde von Sierentz entfernt. Wem nicht danach ist, der setzt seine Reise in Richtung Neuf Brisach fort. Hier hat der geneigte Feinschmecker die Qual der Wahl. Entweder die Schlemmertour in Breisach am Rhein ausklingen zu lassen oder noch ein letztes Mal die elsässische Küche zu genießen. Letzteres eignet sich hervorragend in Colmar. Im ältesten Teil der Stadt, in "Klein-Venedig", befindet sich das Hotel „Le Marechal“. Es ist eines der schönsten Anwesen der Stadt mit sehr geschmackvoller Einrichtung. Im Restaurant „A L’Echevin“ kommen die bis dahin schon verwöhnten Gaumen noch einmal auf ihre Kosten. Und nach Gänseleber, Zander, Taube oder Hummer lässt man sich einfach in eines der Betten des 4-Sterne-Hauses fallen. (weitere Übernachtungsmöglichkeiten: Hotel „Les Tétes, Hotel „Europe“). |
|
|
|