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Niger – das ist vor allem die Ténéré. Diese Wüste nimmt über die Hälfte des Landes ein.
In der Sprache der Tuareg bedeutet sie „Nichts“ oder „Leeres Land“. Und das hat seinen Grund. In der Ténéré findet man keinen Baum, keinen Tropfen Wasser, keinen Grashalm; eben nichts. Es ist nur flach und heiß.
Die Ténéré wird von einer kleinen Bergkette durchzogen, dem Air-Gebirge. An ihren südlichen Ausläufern liegt die Provinzhauptstadt Agadez, umgeben von grünen Tälern und heißen Quellen. Agadez ist eine der ältesten Städte des Niger. Seit Jahrhunderten wird hier am Knotenpunkt mehrerer Karawanenrouten Handel getrieben. Berühmt ist die Lehmmoschee aus dem 15. Jahrhundert. Ihr Minarett ist mit 27 m das höchste der Welt. Minarett, Moschee und der angrenzende Sultanspalast bilden noch heute das Zentrum der Stadt. Im Palast lebt der Sultan von Agadez, ein Mann, der das Oberhaupt aller Tuareg-Stämme ist und dessen Wort mehr gilt, als das des Regierungschefs.
Gegenüber der Moschee breitet sich das alte Viertel von Agadez aus. Spannend ist vor allem der Markt am frühen Morgen. Und nicht versäumen sollte man einen Besuch bei einem der vielen Silberschmiede. Ihr berühmtestes Schmückstück ist das „Kreuz von Agadez“.
Wer im November nach Agadez kommt, wird Salzkarawanen aus Bilma erleben. In Bilma wird das Salz aus Becken gewonnen, in denen stark salzhaltiges Grundwasser verdunstet ist. Mit Erde vermengt wird das Salz in bestimmte Formen gebracht und auf Kamele verladen. Zu hunderten ziehen sie dann im Herbst durch die Ténéré, um den Salzmarkt von Agadez zu erreichen.
Auch Nigers Hauptstadt Niamey am nördlichen Ufer des Niger ist Handelszentrum des Landes. Der Niger ist hier eine wichtige Verkehrsader. An seinen Ufern sind noch französische Kolonialbauten erhalten geblieben, ansonsten dominieren moderne Bauten und Viertel mit traditionellen Lehmhütten das Bild. Das Freilichtmuseum in Niamey gilt als eines der besten Westafrikas. Hier kann man traditionelle Handwerkstechniken und die Wohnformen der verschiedenen Stämme kennen lernen sowie den berühmten Baum der Ténéré bestaunen. Und wie in jeder afrikanischen Stadt sind auch in Niamey die Märkte sehenswert.
Touren durch die Wüste sollte nur der allein unternehmen, der sich perfekt mit Karte und GPS auskennt. Im Norden des Niger ist ein Führer allerdings Pflicht. Man muss ihn bei einer Agentur buchen und kann dies schon von zu Hause aus tun. Die Polizei fährt zum Schutz der Touristen Patrouillen im Air-Gebirge und auf dem Djado Plateau.
Kulinarisch empfehlen sich in Niger einheimischer Fisch, Fleisch und Gemüse in allen möglichen Zubereitungsvarianten – ob nun europäisch, asiatisch oder afrikanisch angehaucht.
Kleine Länderkunde:
Niger ist 1,3 Millionen qkm groß, zwei Drittel davon sind Wüste. Im Land leben ca. 10 Millionen Einwohner. Davon sind ca. 1,5 Millionen Nomaden. Die größten Volksgruppen sind Haussa, Djerma, Tuareg, Peul und Kanouri. Amtssprache ist Französisch, Landessprachen sind Haussa, Djerma und Tamaschek (Tuareg). Die meisten Einwohner sind sunnitische Moslems. Nur 5% sind Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen. Nationalfeiertag ist der 18. Dezember; der Tag, an dem 1958 die Republik Niger ausgerufen wurde. |
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