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Das ist den Niederländern wichtig: Niederlande ist nicht gleich Holland. Zwar konzentriert sich das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben auf die beiden Provinzen Nord- und Südholland. Aber es gibt eben mehr.
Und auch die anderen Klischees (Windmühlen, Holzschuhe, Käse, Tulpen, Fahrräder, Coffeeshops) zeigen nur die halbe Niederlande. Es ist – wie der Name schon sagt – ein niedriges Land, ein Polderland. Ein Fünftel liegt unter dem Meeresspiegel. Und der Rest ist von Flüssen und Kanälen durchzogen.
Aber natürlich gibt es genügend Straßen für wunderschöne Touren. An die Nordseestrände, ans Ijsselmeer, durch die Tulpenfelder oder nach Amsterdam.
Amsterdam ist inzwischen der Urtyp einer multikulturellen Stadt, obwohl sie natürlich auch verträumte Ecken zwischen den Grachten zu bieten hat. In den Sommermonaten Juli und August wähnen sich die Touristen hier manchmal unter sich. Denn die Einheimischen fahren in den Ferien hinaus in die Welt oder an ihr Meer. Dorthin, an die Nordseestrände, sollte man seine Tour darum eher im Frühjahr oder Herbst planen.
Das Ijsselmeer hat an seinen „Ufern“ einige kleine historische Städte zu bieten: Hoorn, Edam oder Monnickendam. Sie allen sprühen vor Erinnerungen an die gute alte Goldgräberzeit der Seefahrernation im 17. Jahrhundert.
Die Regionen Randstad und Gelderland laden zu Frühlingstouren ein, wenn hier die Tulpen blühen und dort die Apfelbäume. Und wenn man schon mal dort ist, kann man auch in Rotterdam vorbeifahren. 2001 war Rotterdam Kulturhauptstadt Europas. Und seitdem ist die nach dem II. Weltkrieg wieder aufgebaute Stadt ein Treff für junge Künstler. Ganz historisch gibt sich dagegen das nahe gelegene Delft. Mit seinen Backsteinhäusern und mächtigen Kirchen sieht die Stadt immer noch so aus, wie im 17. Jahrhundert. Berühmt ist Delft auch für sein blau bemaltes Porzellan. Besser auf dem Motorrad transportieren lassen sich aber die typischen Holzschuhe, die hier auch zu Hause sind.
Kulinarisch setzen die Niederländer auf Vielfalt. Sie essen gern Brot, Käse und pindakaas (Erdnussbutter). Typische Speisen sind Erwtensoep (Erbsensuppe), Hutspot (Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln püriert) oder Matjes-Heringe. Fisch und Meeresfrüchte sind generell ausgezeichnet. Als Nachspeise sind die Pannekoeken beliebt. Es gibt über 25 verschiedene Pfannkuchenarten. Aus der Zeit der Seefahrernation hat sich Spekkok erhalten (mehrere Lagen von gebuttertem Biskuitkuchen mit indonesischen Gewürzen).
Holländisches Bier kennt jeder: Heineken und Amstel. Doch typischer noch ist der holländische Gin. Jenever wird entweder eiskalt getrunken oder mit allem möglichen gemixt. Bekannt ist auch der einheimische Eierlikör (Advocaat).
Kleine Länderkunde:
Die Niederlande sind 41.000 qkm groß, große Gebiete wurden dem Meer abgewonnen.
Das Königreich hat über 16 Millionen Einwohner. Ein Drittel von ihnen ist römisch-katholisch, rund 20 % protestantisch.
Nationalfeiertag ist der 30. April, in den Niederlanden bekannt als der Königinnentag. |
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