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An seiner Mittelmeerküste präsentiert sich Libyen als grüner Gürtel. Hier leben 90% der Menschen, hier wird Landwirtschaft betrieben. Der große „Rest“ des Landes ist jedoch Wüste und nahezu menschenleer. Nur in Oasen wie Kufra, Sabha oder Murzuk haben sich über Jahrhunderte menschliche Siedlungen erhalten.
Leptis Magna (Labdah) dagegen ist eine tote Stadt an der Küste. Im Römischen Reich war sie eine Macht und eine der drei Städte des antiken Tripolitaniens. Heute ist Leptis Magna die schönste und am vollständigsten erhaltene Ausgrabungsstätte des Römischen Reiches.
Absolut empfehlenswert ist eine Fahrt zum Wau en Namus, einem Vulkan am Nordrand des Tibesti-Gebirges. Die spektakuläre Oase entstand vor etwa 800 Jahren durch eine gewaltige Explosion. Einmalig sind seine Kraterseen, die rot, blau und grün im schwarzen Krater leuchten.
Die größte Stadt im Süden Libyens ist Sabha (Sebha). Sie besteht gleich aus mehreren Oasen, kann auf 800 Jahre Geschichte zurückblicken und ist heute modern ausgestattet. Dem libyschen Führer Ghaddafi sei Dank, er hat seine Geburtsstadt immer wieder gefördert.
Inzwischen weltberühmt sind auch die Felsgravuren im Wadi Mathendous. Das Wadi öffnet sich inmitten einer flachen und öden Hammada. Die in ihm versteckten Felsgravuren sind ca. 10.000 Jahre alt und gehören somit zu den ältesten Kunstwerken der Welt. Sie erzählen von einem anderen Leben in der Sahara, von blühenden Landschaften mit Giraffen, Nashörnern, Rindern, Menschen und - Krokodilen.
Im Akakus-Gebirge gibt es ähnlich spektakuläre Zeugnisse aus einer anderen Welt, hier als Zeichnungen. Wesentlich belebter als diese Stationen in der Wüste ist Ghat, eine Tuareg-Oase an der algerischen Grenze, seit 2000 Jahren Handelsplatz für Karawanen. Die Altstadt ist heute nahezu unbewohnt. Hier verdingen sich viele Tuareg als Führer.
 
Das Straßennetz in Libyen ist in den bewohnten Landesteilen gut ausgebaut. Wichtigster Verkehrsweg ist Küstenstraße Litoranea (1822 km). Aber auch die Teerstraßen in der nördlichen und zentralen Sahara sind in hervorragendem Zustand, führen sie doch zu den Erdölförderfeldern im Landesinneren.
 
Zu den traditionellen Speisen der Libyer gehören Couscous mit Hühner- oder Lammfleisch und Gemüse und Ruuz (Reisgericht mit unterschiedlichen Gewürzen, Fleisch und Gemüse). Traditionell wird mit der rechten Hand gegessen. Gästen können in der Regel Besteck nutzen.
 
Kleine Länderkunde:
Die Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija ist 1,8 Millionen qkm groß und hat rund 5,6 Millionen Einwohner. Die meisten von ihnen sind Araber, arabisierte Berber, Tuareg und Tubu. Hinzu kommen schätzungsweise 1,2 Millionen ausländische Arbeiter, die im für Afrika reichen Libyen ihr Glück versuchen. Landessprache ist arabisch. Der (sunnitische) Islam ist die vorherrschende Religion.
Ihren Nationalfeiertag begehen die Libyer am 1. September, dem Tag der Revolution von 1969. Dschamahirija heißt übrigens Volksherrschaft.
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