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Estland ist die eigenwilligste der baltischen Republiken, Grund ist der Nachbar Finnland. Geht man durch die estnische Hauptstadt Tallinn, so wird man neben den Einheimischen vor allem Finnen begegnen. Helsinki und Tallinn liegen sich am Finnischen Meerbusen genau gegenüber, Fähren legen die 80 km lange Strecke in 90 Minuten zurück.
Neben den Tagestouristen kommen aber auch immer mehr, die sich für die historischen Viertel der estnischen Hauptstadt interessieren. Die einstige Hansestadt Reval war das Tor zu Russland. Heute gehören der Domberg, die Wehrtürme und die alten Gildehäuser in den mit Kopfstein gepflasterten Straßen zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Schon wenige Kilometer außerhalb Tallinns kann man wunderbar entspannen. Die Ufer der Ostsee bieten sowohl Sandstrände als auch steile Granitfelswände. Bei Fahrten durchs Land entdeckt man wunderschöne Gutshäusern und Klöster.
Narva im Nordosten Estlands ist russisch geprägt. Heute markiert die Stadt die Grenze zwischen EU und Russland. Von den verfallenden Industrieanlagen sollte man sich nicht vertreiben lassen. Sehenswert ist die Hermannsfeste am Grenzfluss Narva, gegenüber, auf russischer Seite, thront die gigantische Burg Iwangorod.
Im Landesinneren sind der riesige Peipus-See und Tartu eine Stippvisite wert. Südlich davon faszinieren dichte Wälder, Flüsse, Seen und Hügel. Einer der berühmtesten Badeorte des Baltikums ist dank seines prächtigen weißen Sandstrandes Pärnu, die frühere Hansestadt Pernau im Norden der Rigaer Bucht.
Egal, wohin es einen zieht, das estnische Straßennetz ist gut ausgebaut, hat aber auch noch so manches Abendteuer zu bieten.
Kulinarisch lieben es die Esten deftig. Nationalgerichte sind Sult (Kalbfleisch in Aspik), Taidetud Basikarind (gefüllter Kalbsbraten) und Rossolye (eingelegter Hering mit Rüben).
Kleine Länderkunde:
Die Republik Estland ist gut 45.000 qkm groß und hat 1,36 Millionen Einwohner. Davon sind 65 % Esten. Größte ethnische Minderheit sind mit 28% die Russen. Offizielle Landessprache ist Estnisch. Im Nordosten des Landes wird vorrangig russisch gesprochen. Dort dominiert die russisch-orthodoxe Kirche, die Esten gehören dagegen mehrheitlich dem evangelischen Glauben an.
Als Nationalfeiertag begehen die Esten den 24. Februar, den Tag, an dem sie sich 1918 von den Russen für unabhängig erklärten. |
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