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Dauer: ab 2 Monate
Kilometer: ca. 18.000 km
Notwendige Dokumente: Visa, Carnet de Passage, Carte brune |
Einmal die Sahara von Nord nach Süd durchqueren, einmal den Spuren von großen Entdeckern und Forschern folgen, ein Traum. Aber einer, der sich durchaus realisieren lässt. Zwar sollte derzeit Algerien aufgrund einer undurchschaubaren Sicherheitslage gemieden werden, doch mit dem Nachbarstaat Libyen bietet sich ein geeigneter „Durchschlupf“ gen Süden an. Niger mit dem Herzen der Sahara, der Ténéré, und der wohl berühmtesten Saharastadt Agadez, Burkina Faso mit der Sahelzone, Mali samt Dogonland und Nigerbinnendelta, Mauretanien mit der faszinierenden Oase Chinguetti und schließlich ein entspanntes „Heimrollen“ entlang der Atlantikküste — es ist ein großartiger Streifzug durch Nord- und Westafrika. Im Folgenden wollen wir die Route ein wenig näher beschreiben.
Die Anfahrt erfolgt über Genua (Italien) und weiter per Fähre nach Tunis (Tunesien). Je nach Lust und Laune erreicht man die Grenze zu Libyen in einem Tag oder halt erst nach ein paar Tagen der „Akklimatisation“. Ab dem Schlagbaum ist derzeit (Stand April 2004) ein Guide unerlässlich. Eine mögliche Route führt an Tripolis vorbei nach Leptis Magna, der schönsten und am besten erhaltenen römischen Stadt. Nächstes Ziel sind die fantastischen Mandaraseen nördlich von Germa und anschließend das Akakusgebirge. Spätestens hier weicht die Teerstraße und der Spaß im Sand und auf Schotter nimmt seinen Lauf. Dieses Akakusgebirge ist wohl eine der schönsten Ecken der Sahara. Wunderschöne Felsformationen und Täler, dazu prähistorische Gravuren und Felsmalereien, die rund 9000 Jahre alt sind.
An den gigantischen Dünen des Idhan Murzuq vorbei kommt man zum Wadi Mathemdous - im Juli 1850 das Ziel von Heinrich Barth. Er gilt als Begründer der modernen Afrikaforschung. Fünf Jahre lang war er in Nordafrika unterwegs. Als erster Europäer entdeckte er in diesem Tal, dem Wadi Mathendous, eine gewaltige Anzahl prähistorischer Felszeichnungen, die wohl noch älter als jene im Akakus sind. Nächstes Ziel ist der Wau en Namus - ein Vulkan nördlich des Tibesti Gebirges, der für viele als das Achte Weltwunder gilt. Der Grund, in seinem Krater ist eine Oase mit einem dutzend Seen versteckt, die in verschiedenen Farben schillern! Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Über Murzuq geht es dann nach Al Gatrun.
Hier endet eine Teerstraße, das große Abenteuer Saharadurchquerung beginnt. Erst nach rund 1600 km wird man wieder eine befestigte Straße unter den Rädern haben. Und diese Strecke hat es in sich. Grobe Steine, die zu langsamer Fahrt zwingen, will man sich nicht die Felgen zerstören, wechseln sich mit gut zu fahrenden Pisten, ausgedehnten Sandfeldern und einigen Dünen ab. Eine Strecke, wie geschaffen für die KTM LC8 Adventure.
Doch es gilt drei Sachen zu bedenken. Sprit gibt es erst wieder in Dirkou (rund 900 km hinter Al Gatrun), Wasser gibt es in Brunnen alle 1 bis 200 km und die komplette Strecke in Niger bis Agadez ist Sperrzone. Will heißen, ohne ein offizielles Begleitfahrzeug darf diese Strecke nicht gefahren werden. Die Organisation eines solchen ist jedoch ohne Probleme von Deutschland aus machbar. Entlang dieser Strecke liegen die berühmten Salinen Seguedine und Bilma. Man wird wahrscheinlich einige Kamelkarawanen antreffen. Und die Fahrt durch das Meer ohne Wasser — der Ténéré - ist ein Traum.
In Agadez sind es die unzähligen Märkte, die Silberschmiede und eine erste Dusche, die einen begeistern. Natürlich könnte man nun gen Norden Algerien ansteuern und über Tamanrasset retour nach Tunesien fahren. Doch aus unserer Sicht ist dieser Weg momentan absolut nicht ratsam aufgrund einer gefährlichen Sicherheitslage. So heißt es, den langen Weg außen herum zu nehmen. Auch keine schlechte und zugleich lohenswerte Idee, zumal man mit Niamey und Ouagadougou die Sahelzone mit all ihren Facetten kennen lernt. Dann Mali, das Dogonland, Mopti, das dynamische Tor zum Binnendelta des Flusses Niger und Djenné mit der größten Lehmmoschee Afrikas.
Spannend dann der Weg von Bamako über Nioro nach Ayoun el Atroûs (Mauretanien). Zuerst rund 200 km eine nagelneue Teerstraße, gefolgt von einer nicht minder guten Schotterpiste. Und dann lernt man auf den letzten 100 km nach Nioro eine Buschpiste mit all ihren tiefen Löchern und Rinnen kennen. Welch ein Kontrast. Kurz vor Ayoun darf man schließlich noch 30 km durch Tiefsand wühlen. Entweder über Tidjika direkt oder über den Umweg Nouakchott erreicht man Atar. Die Wahl der Strecke hängt von der verbliebenen Lust und Zeit ab.
Der Weg über Tidjika ist kürzer, dauert aber länger und ist nochmals eine ausgeprägte Wüstenetappe. Die andere Variante ist geteert. Auf jeden Fall aber sollte man von Atar aus der Oase Chinguetti einen Besuch abstatten. Sie ist eine der wohl interessantesten Oasen der Sahara. Schon im 12. Jahrhundert wurde sie gegründet und zählt zu den 7 heiligen Städten des Islam. Hier trafen sich Gläubige aus den Gebieten der Westsahara, um die Pilgerreise nach Mekka anzutreten. Chinguetti, das ist auch das heilige Gedächtnis des Islam. 14 Bibliotheken gibt es im Ort. Und allen gemein ist der Reichtum an historischen Büchern, Kalligraphien und Manuskripten. Das älteste Buch stammt aus dem Jahr 1087!!
Über Choum und entlang der Strasse der Eisenerzbahn geht es schließlich nach Nouâdhibou. Der Atlantik ist erreicht. Die Ausreise durch den Minengürtel nach Marokko/ Westsahara stellt kein Problem mehr dar. Und je nach Lust und Laune kann man nun innerhalb von 8 Tagen zurück in Deutschland sein, oder aber ein paar Tage mehr in Marokko verweilen. Wer diese Tour in Angriff nehmen will, der bekommt detaillierte Informationen wie beispielsweise GPS-Daten, Ansprechpartner, Karten etc. von Thomas Junker (master@thomasjunker.de), der im Herbst 2003 diese Tour im Zuge einer Filmeproduktion gefahren ist. |
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