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Start und Ziel: Insel Reichenau, Bodensee / Insel Rügen, Ostsee Gesamtkilometer: ca. 2500
beste Jahreszeit: spätes Frühjahr bis früher Herbst
Den Bodensee im Süden mit der Ostsee im Norden Deutschlands mit einer Route durch landschaftliche reizvolle Gegenden zu verknüpfen, war und ist das Ziel der „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße e.V.“. 2500 Straßenkilometer umfasst die Strecke von der Insel Reichenau bis zur Insel Rügen, fast alle eingerahmt von alten und wieder nachwachsenden Alleebäumen. An dem grünen Band quer durch Deutschland entlang, lässt sich nicht nur bewahrte Kultur entdecken, sondern auch die landschaftliche Vielfalt erfahren. Welche Etappen der geneigte Biker jedoch wählt, ob es die ganze oder nur ein Teil der „Deutschen Alleenstraße“ ist, bleibt der eigenen Lust oder Laune und persönlichen Interessen überlassen. Für alle Motorradfahrer, die sich einmal die gesamte Strecke vornehmen möchten, haben wir die 2500 Kilometer in eine 1-wöchige Tour gepackt. Sicherlich — der Weg von einem Ende zum anderen ist lang. Aber wie sagt man so oft: Der Weg ist das Ziel. Und bei dieser Route trifft dies allemal zu. Auf ihr reihen sich wie bei einer Perlenschnur Kulturdenkmäler aneinander, die Kilometer für Kilometer dem Motorradfahrer die weniger düsteren Seiten deutscher Geschichte erzählen.
 
Vom Bodensee bis in den nördlichen Schwarzwald
Die Deutschlandtour mit dem grünen Band beginnt auf der idyllischen Insel Reichenau im Bodensee. Von hier aus führt die Route über Ravensburg, Riedlingen, Gammertingen und Reutlingen durch das sanft hügelige Relief der Schwäbischen Alb Richtung nördlicher Schwarzwald. Das erste Etappenziel ist in Freudenstadt bereits nach rund 220 Kilometern erreicht. Sozusagen zum Eingewöhnen. Dafür sollte man sich aber auf der Strecke durchaus Zeit lassen. Und nicht nur, weil in Reutlingen ein Stopp für Benzingespräche im Motorradhaus Wandel möglich wäre. Vielmehr warten auf der Route zahlreiche Städte und Denkmäler, um auch von Zweiradrittern erobert zu werden, wie beispielsweise die Burgen Lichtenstein und Hohenzollern unweit von Reutlingen. Für die erste Nacht auf der „Deutschen Alleenstraße“ empfiehlt sich dem motorisierten Ritter als Nachtlager standesgemäß das traditionsreiche „Cháteau Marquette“. Hier lässt es sich durchaus residieren, auch nur für eine Nacht. (weitere Übernachtungsmöglichkeiten in Freudenstadt: Hotel "Palmenwald")
 
Vom Schwarzwald über die Pfalz nach Rheinhessen
Knapp 300 Kilometer sind am zweiten Tag der Tour zurückzulegen. Das Ziel ist Bad Kreuznach zwischen dem Hunsrück und dem Nordpfälzer Bergland. Und 300 Straßen-kilometer bedeuten auch mehrere landschaftliche Szenenwechsel. So auch auf der zweiten Etappe. Von Freudenstadt im Schwarzwald geht es über Bad Wildbad, Karlsruhe, Lauter-bourg bis nach Bad Bergzabern. In dem Ort trifft die Alleenstraße auf die deutsche Weinstraße, der ersten und bekanntesten Weintouristik-Route der Welt. Sie erstreckt sich in südliche Richtung entlang des zweitgrößten deutschen Weinbau-gebietes, der Pfalz, und beginnt in Bockenheim. Über Bad Dürkheim, Neustadt an der Weinstraße und Edenkoben verläuft sie auf rund 85 Kilometern bis nach Schweigen-Rechtenbach. In der Nachbarschaft zu Frankreich bietet diese südwestliche Ecke Deutschlands mit jährlich 1800 Sonnenstunden ein mediterranes Flair. Für die Tour auf der „Deutschen Alleenstraße“ geht es auf der Deutschen Weinstraße allerdings in die entgegen gesetzte Richtung, nach Norden bis Bockenheim. Hier trennen sich dann auch die Wege der beiden Straßen. Über Westhofen, Osthofen und Alzey zieht sich das grüne Band der Allenstraße — für den zweiten Tag — bis nach Bad Kreuznach, dem erklärten Etappenziel, weiter. Mit dem 3-Sterne-Landhotel „Kauzenburg“ findet sich auch eine angenehme Herberge, um dem Hinterteil, den vielleicht müden Gliedern und dem Motorrad bis zum nächsten Tag Ruhe zu gönnen. Wer es jedoch etwas luxuriöser mag, dem sei das Domina „Parkhotel Kurhaus“ empfohlen. Ein 4-Sterne-Hotel, passend zum Kurort Bad Kreuznach. (weitere Übernachtungsmöglichkeit in Bad Kreuznach: Hotel „Victoria“, Hotel „Engel im Salinental“)
 
Vom Wein am Rhein in die Barockstadt Fulda
Von Bad Kreuznach aus führt die dritte Etappe durch Weinberg und den Soonwald in das rund 100 Kilometer entfernte Boppard, wo der Rhein überquert wird. Danach geht es weiter über Braubach, Richtung Bad Ems und weiter durch den Naturpark Nassau entlang der Lahn mit dem Ziel Weilburg. Wer sich in der Residenzstadt eine Pause gönnen und die Glieder bewegen möchte, dem empfiehlt sich ein Besuch in der einzigen deutschen Kristallhöhle. Das 1974 entdeckte Naturwunder ist zugleich auch mit 30 Meter die größte Schauhöhle. Zurück auf dem Motorrad wird die Tour nach Fulda wieder aufgenommen. Durch das enge Tal der Weil und den Naturpark Hochtaunus erreicht die Alleenstraße die Wetterau, das obstbaumreichste Gebiet Hessens, geprägt von weiten Ebenen und fruchtbaren Feldern. Im Etappenziel Friedberg, inmitten der Wetterau, geht nach 250 gefahrenen Kilometern der dritte Tag zu Ende. Wer in der hessischen Kreisstadt sich die Zeit nehmen möchte, Geschichte zu schnuppern, dem die Altstadt mit ihren idyllischen Winkeln zu empfehlen. In ihrem Herzen, im ehemaligen jüdischen Viertel, befindet sich ein Kulturdenkmal von nationalem Rang. Das "Judenbad", eine Mikwe, gilt als das bedeutendste der wenigen noch erhaltenen jüdischen Ritualbäder romanischen Baustils. Wer allerdings keine Lust hat, Friedberg zu erkunden, der lässt die Beine im „Stadt Friedberg“, dem einzigen Hotel, baumeln. Von außen versprüht der Bau wenig Charme. Im Innenbereich hat man sich aber bemüht, ein wenig Nostalgie in die Gemäuer zu bringen. Schlafen und speisen lässt es sich dort dennoch. Es wäre ja auch nur für eine Nacht.
 
Über den Vogelsberg ins Thüringische Land
Der vierte Tag bringt die Entscheidung. Denn bei Kaltennordheim beziehungsweise Kaltenwestheim im Thüringer Wald heißt es, zu wählen: entweder Richtung Norden quer durch den Harz und Sachsen-Anhalt oder Richtung Südosten durch Thüringen und Sachsen. Das Ziel der beiden Routen ist am Ende dasselbe — Neuruppin in Brandenburg. Die Entscheidung, welcher Abschnitt der „Deutschen Allenstraße“ der richtige oder interessantere wäre, liegt allerdings bei jedem selbst. Doch bis Kaltennordheim, Kaltenwestheim sind es von Friedberg jedoch noch einige Kilometer, um die richtige Wahl zu treffen. Auf geht’s. Bei Nidda, rund 20 Kilometer von Friedberg entfernt, ändert sich das Landschaftsbild wieder und der eigenwillig herbe Landstrich des Vogelsberg nimmt die Straße und natürlich die Motorräder auf und begleitet sie bis in die Barockstadt Fulda mit ihrer über 1000-jährigen Geschichte. Hier lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch der Altstadt, den die lange Geschichte hat zahlreiche Zeitzeugen hinterlassen. Der Dom von Fulda ist nur eines der vielen lohnenswerten Bauwerke der Stadt. Hinter Fulda wartet die Rhön. Durch Gersfeld, Fladungen und an der 950 Meter hohen Wasserkuppe vorbei rücken die Orte der Entscheidung immer näher…

Start: Konstanz
Finish: Seebad Juliusruh
Freudenstadt
Bad Kreuznach
Friedberg
Mühlhausen
Staßfurt
Neuruppin
Stralsund
Saalfeld
Dresden
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