Themenbereich wechseln
 
DEUTSCH
KTM Websites
KTM Newsletter
KTM-Fahrer stellen ihr Fachwissen zur Verfügung.
ÜBERSICHTROUTEKTM HäNDLER
Start: Passau/ Deutschland
Ziel: Varanasi/ Indien
Dauer: 3 Monate
Kilometer: ca. 15 000
beste Jahreszeit: Sommer — Herbst, von August bis November
Mit dem Motorrad nach Indien an den Ganges
Das Ziel dieser insgesamt über 15 000 Kilometer langen Reise ist der Strom der Götter. So wird der Ganges in Indien genannt, jener mystische und gewaltige Fluss, der für die meisten Inder und Hinduisten - und damit mehr als eine Milliarde Menschen - eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielt. Die Reise, die 2004 vom Fernsehjournalisten Thomas Junker unternommen wurde, beginnt im Hafen von Passau an der Donau.
 
Nicht, dass die Stadt in Bayern dereinst an der legendären Seidenstraße gelegen hätte, aber im Hafen der deutschen Stadt beginnt ein ehrgeiziger Versuch der Europäischen Union: die Wiederbelebung dieser uralten Handelsroute. Start der Tour nach Asien ist also die Donaustadt. Ganze fünf Tage dauert die Fahrt mit der Fähre flussabwärts, einen Tag länger der Rückweg. Schon seit 1982 gibt es den Schiffstransport zwischen Bulgarien und Deutschland. Er hat sich gut bewährt und ist deshalb nun Teil des ehrgeizigen Projektes Neue Seidenstraße. Die Fahrt auf der Donau nach Bulgarien ist beschaulich und lädt zum Erkunden der Landschaft vom Fluss aus ein.
 
Zudem können sich Pilot und Motorrad noch ein wenig schonen, bis es endlich auf die Piste geht. Im nordbulgarischen Vidin an der Grenze zu Rumänien geht es dann von Bord, auf die Straße in Richtung der Hauptstadt des Landes, Sofia und weiter in die Türkei nach Istanbul. Jener Stadt, in der sich Morgenland und Abendland begegnen, Europa und Asien nur durch den Bosporus getrennt sind. Dann geht es 2000 Kilometer ostwärts durch die Türkei mit Ziel Georgien. Wer aber ein bibelfester Gläubiger ist, der fährt, bevor er das Land verlässt, wie Thomas Junker noch einen "kleinen" Umweg von rund 600 Kilometern zum biblischen Berg Ararat. Denn dort soll Noah einst mit seiner Arche an diesem Berg gestrandet sein.
 
Vom Osten der Türkei aus betritt man dann quasi durch den Hintereingang Georgien. Bei Akhaltsikhe verlässt man den EU-Anwärter Türkei und taucht ein in die Welt der GUS und den südlichen Teil des Kaukasus. Hier lohnt sich auf jeden Fall ein Abstecher nach, einer Höhlenstadt für einst 5.000 Menschen. Sieben Mönche leben dort seit Anfang der 90er Jahre wieder. 12 Etagen hoch ist das Labyrinth aus Höhlen. Einst waren diese alle im Inneren des Felsens. Ein Erdbeben im 14. Jahrhundert mit einem gewaltigen Felssturz hat das Höhlensystem jedoch freigelegt. Über Tiflis führt der Weg an den Südrand des Hohen Kaukasus, nach Sheki in Aserbaidschan. Hier taucht man erstmals richtig in die Welt der Alten Seidenstraße ein.
 
In Sheki gibt es noch eine alte Karawanserei. Es war einst ein wichtiger Ort, gab den Reisenden Sicherheit vor Überfällen, Erholung von den letzten Etappen und die Möglichkeit zum Handel und Austausch von Nachrichten. Das Haus ist liebevoll restauriert worden und dient als Herberge für Reisende des 21 Jahrhunderts. Hier lässt es sich angenehm übernachten, um für den nächsten Tag wieder fit für den Ritt auf dem Motorrad zu sein. Von Sheki mit seiner Krawanserei führt die Route nach Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Bereits 1823 gab es hier die erste Petroleumfabrik, 1848 die erste Ölbohrung der Welt. Und zu Beginn des 20 Jahrhunderts waren die Ölfelder von Baku die größten weltweit. In Baku geht es wieder an Bord und für mehrere Stunden über das Kaspische Meer nach Turkmenbashi in Turkmenistan.
 
Hier warten 600 Kilometer Straße bis Aschgabat auf die Motorräder und ihre Piloten. In Turkmenistan dienen übrigens alle und alles Einem, der überall zu sehen ist — dem Präsident Turkmenistans, Sapurmurat Nijasow oder "Turkmenbashi". Was soviel heißt wie "Herr der Turkmenen". Er gab seinem Volk seine Identität und Selbstvertrauen zurück und hat ein stolzes Land aus Turkmenistan gemacht. Und: hier in Turkmenistan kostet eine Tankfüllung Benzin umgerechnet nur einen Euro! Dafür stehen allerdings an jeder Ecke Polizisten und auf den Überlandstraßen wird spätestens alle 50 Kilometer jede Bewegung schriftlich von den Sicherheitskräften festgehalten. Vollgetankt für umgerechnet nur einen Euro - dank Turkmenbashi - geht es nach Usbekistan in die Städte Buchara und Samarkant.
 
Die beiden Orte sind wohl das edelste, was die Alte Seidenstraße zu bieten hat und damit unbedingt einen Halt wert. Die mehr als 2500 Jahre alten Oasen mit ihren glanzvollen Bauten sind faszinierend. Samarkand galt über Jahrhunderte hinweg als das goldene Antlitz der Erde. Buchara mit seiner faszinierenden Altstadt steht dem in nichts nach. Angenehmer Seitenaspekt in diesen Städten. Das Leben läuft ohne Trubel ab, das sonst an solchen Ort so beliebte Bedrängen von Fremden gibt es hier nicht. Wer nicht, wie ein unbekannter Dichter schrieb, gänzlich von der Magie Samarkands verzaubert wurde und ihr hilflos ausgeliefert ist, der schwingt sich wieder auf sein Bike und reitet weiter. Über die usbekische Hauptstadt Taschkent sowie Shymkent und Taras (beide Kasachstan) führt die Reise zum langen Strom der Götter in das Herz Zentralasiens, Kirgisien.
 
In Krigisien führt die Route durch Bischkek, "Rot Front" (es gilt als das deutsche Zentrum im Land) und dann weiter entlang der Seidenstraße durch das Tianschan-Gebirge hinüber nach China. Es ist Tage lange Fahrt mit atemberaubender landschaftlicher Kulisse, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. An der Grenze angelangt, wird einem ein Guide zur Seite gestellt, der bis zur Ausreise nach Nepal nicht von der Seite weichen wird. Er ist Pflicht. Ohne einen solchen Guide darf man nicht durch China reisen. Das sind halt die Vorschriften. Von der Grenze aus und den hoffentlich positiv abgewickelten Formalitäten geht es durch das Reich der Mitte über Kashgar, Hotan und Golmud ins Hochland von Tibet. Der Weg dorthin führt, mal am Südrand, mal direkt durch die Taklamakan Wüste.
 
Es ist ein grandioser Mix aus perfekten Teerstraßen und faszinierenden Schotterpisten. Der wohl schönste Teil für Pilot und Motorrad ist die Fahrt von Ruoqiang hinauf nach Huotugou. Über Strecken verläuft die Piste direkt im Bachbett durch einen engen Canyon, dann ziehen Serpentinen bis auf 3884 Meter hinauf. Danach heißt 300 km in einer Höhe von rund 3000 Meter durch Wüstenlandschaft zu bewältigen. Über das Tibetische Hochland verläuft die Route Richtung Lhasa, der Hauptstadt Tibets. Nach Lhasa führt die Tour durch Shigatse, vorbei an den großen Bergen der Erde - Mount Everest, Makalu, Lhotse, Cho Oyu, Schisapanga, alle über der magischen Grenze von 8000 Meter Höhe und über Nepal Südwestwerts nach Indien. Das Land mit dem Fluss der Götter ist erreicht und der größte Teil der Strecke ist auch zurück gelegt.
 
Jetzt heißt es, den Hindus zu folgen - auf ihrem Weg zum mystischen Strom. Über die Bergstadt Mussorie (einer so genannten Hill Station, die von Engländern gegründet wurde), Rishikesh (Stadt der Weisen), Pushka, Deshnoke, der Hauptstadt Delhi und Jaipur ist schließlich Varanasi am heiligen Fluss der Götter erreicht. Was Mekka für die Moslems bedeutet, was Jerusalem für die Juden ist, das ist Varanasi für die Hindus - die heiligste unter allen Städten. Und: für die über 15 000 Kilometer lange Motorrad-Reise von Deutschland aus das erreichte Ziel. Alle wichtigen Details zu dieser Reise, die Thomas Junker und sein Partner Steffen Müller 2004 auf zwei KTM 950 Adventure unternahmen, können bei dem Filmemacher und begeisterten Weltenbummler per E-Mail über KTM nachgefragt werden. Thomas Junker gibt gern Auskunft über Reiseformalitäten und -verlauf, Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten und wie man die Behörden vielleicht auf seine Seite bekommt.
Start: Passau
Finish: Varanasi
Sofia
Istanbul
Baku
Ashgabat
Samarkand
Taras
Ishkek
Katmandu
Mussorie
tell a friendprint
Copyright 2008 - KTM-Sportmotorcycle AGSitemapImpressumRechtliche HinweiseSite Credits
KTM Travel