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Chile ist ein ungewöhnliches Land, allein schon wegen seiner Geografie. Es quetscht sich über 4300 lange Kilometer zwischen Pazifik und Anden. Bei Antofagasta holt Chile mal Luft und plustert sich auf gut 400 km Breite auf. Breiter wird’s nie in diesem Land. Die schmalste Stelle liegt mit rund 90 km auf der Höhe von Illapel. Zu bieten hat Chile aber alles, was das Bikerherz begehrt: wunderbare Straßen und Pisten vorbei an Wüste, hohen Berggipfeln, Gletschern und Geysiren.
Die Anden ziehen sich durch das ganze Land. Ihnen zur Seite liegen von Norden nach Süden die unzugängliche Atacama-Wüste und Halbwüsten, fruchtbare Felder und Weinberge, Wälder mit Seen und Flüssen und schließlich Gletscher und Fjorde. Das alles lässt sich gut erfahren, Chile ist ein gut erschlossenes Reiseland.
Die Atacama ist ein menschenfeindliches Gebiet. Die trockenste Wüste der Erde schiebt sich bis an die Küstenstädte Antofagasta und Iquique heran. In ihrem Inneren ist die Oase San Pedro de Atacama einen Besuch wert. Von hier aus erkundet man – am besten organisiert und nicht allein - den Atacama-Salzsee oder das 4500 m hoch gelegene Geysirfeld Tatio.
Noch mitten in der Wüste liegt Arica, bekannt als „Stadt des ewigen Frühlings“. Grüne Wiesen, blühende Sträucher und Palmen sind eine Wohltat für´s Auge, künstlicher Bewässerung sei Dank.
Auf der Fahrt in Richtung Süden wird man immer wieder den faszinierenden Küstennebel erleben, die einzige Feuchtigkeit, die es hier mitunter über Jahre hinaus gibt.
In einem großen Becken hat sich die Hauptstadt Santiago de Chile ausgebreitet. Ihr Mittelpunkt ist die Plaza de Armas mit der Kathedrale. Von hier aus führen Gassen in das quirlige Leben der Stadt und auf zahlreiche Märkte. Einen guten Überblick bieten die stadtnahen Berge Santa Lucía und Cerro San Cristóbal. Von ihnen blickt man hinunter auf das Häusermeer und hinauf auf die Kordilleren. Nicht weit entfernt von Santiago lädt Viña del Mar zum Strandurlaub ein; ein Vergnügen, das man im chilenischen Sommer mit tausenden anderen teilt.
Südlich von Santiago de Chile erreicht man schnell die riesigen Obst- und Gemüseplantagen. Hier reifen Weintrauben, Äpfel, Kiwis, Kartoffeln, Tomaten und Mais. Am Lago Villarrica und am Fuße des Villarrica-Vulkan werden sich deutsche Biker auf einmal wie daheim fühlen. Im 19. Jahrhundert ließen sich hier deutsche Auswanderer nieder. Schwarzwaldhäuschen, deutsche Küche und deutsche Schilder sind hier genauso zu finden, wie noch weiter südlich, z.B. in Valdivia, in Puerto Varas am Lago Llanquihue oder in Frutillar.
Die Südstraße, die Carretera Austral, führt tief hinein in die Region der Fjords, Seen und Gletscher des Süden. Die Landschaft ist atemberaubend. Die Kordilleren sind hier wild zerklüftet, Gletscherseen vermitteln den Eindruck unendlicher Ruhe, ein stetiger kalter Wind rüttelt in der patagonischen Pampa am Reisenden. Größte Städte sind Punta Arenas und Puerto Natales.
 
Typisch chilenische Gerichte sind Empanadas (Pasteten mit Fleisch, Geflügel oder Fisch und Zwiebeln, Eiern, Rosinen und Oliven), Humitas (gewürzte Maispaste in Maisblättern eingerollt und gekocht), Cazuela de Ave (Suppe mit Reis, Gemüse, Huhn und verschiedenen Kräutern), Bife a lo Pobre (Steak mit Pommes Frites, gebratenen Zwiebeln und Spiegelei) und Parrillada (eine Auswahl von auf dem Holzkohlengrill gegrilltem Fleisch). Meeresfrüchte sind hier immer frisch und zu empfehlen. Bekannt ist Chile natürlich auch für seinen Wein und Pisco, einen Schnaps aus destillierten Trauben.
 
Kleine Länderkunde:
Chile ist knapp 760.000 qkm groß und hat gut 15 Millionen Einwohner. Die Mehrheit sind Mestizen (Mischlinge). Landessprache ist spanisch. 70% der Chilenen sind Katholiken. Ihren Nationalfeiertag feiern sie am 18. und 19. September.
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